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Das CBI-M-Framework

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Eine neue Charakterisierung akuter Schädel-Hirn-Traumata:

Die SHT-Klassifizierungs- und
Nomenklaturinitiative NIH-NINDS

The Lancet Neurology. 2025;24(6):512–23. DOI: 10.1016/S1474-4422(25)00154-1.

Die Zusammenfassung dieser Veröffentlichung wurde von Abbott erstellt.

Die wichtigsten Aspekte

  • Ein neu vorgeschlagener, bahnbrechender, multidimensionaler Ansatz zur Charakterisierung akuter Schädel-Hirn-Traumata. 
  • Das CBI-M-Framework geht über die traditionellen SHT-Kennzeichnungen „leicht“, „mittelschwer“ und „schwer“ hinaus und verwendet vier Säulen: Klinische Studien, Biomarker, Bildgebung und Modifikatoren. 
  • Blutbiomarker-Tests wurden von einer globalen Expertengruppe als wichtiges Instrument für die Beurteilung von SHT anerkannt.

Verwandte Themen

Begründung der Arbeitsgruppe

Ein internationales Konsortium aus 94 Experten, darunter Patient und Interessenvertreter aus 14 Ländern, um ein umfassendes System für die Charakterisierung akuter SHT zu entwickeln.

Die Säule „Biomarker“

Die NIH-NINDS-Gruppe empfiehlt die akute Messung von einem oder mehreren der Parameter GFAP, UCH-L1 oder S100B innerhalb von 24 Stunden nach der Verletzung, um die Auswirkungen einer übermäßigen Nutzung von CT-Scans des Kopfes zu verringern und so die klinische Entscheidungsfindung zu optimieren.

CBI-M-Modell in der Praxis

Das CBI-M-Framework ist für die Verwendung bei Patienten mit SHT aller Schweregrade (GCS-Score 3–15) vorgesehen.

Zusammenfassung

Bis vor Kurzem stützte sich die Klassifizierung von Schädel-Hirn-Traumata stark auf die Glasgow Coma Scale (GCS), eine 15-Punkte-Skala, die zwar für eine schnelle klinische Beurteilung von unschätzbarem Wert ist, aber das Spektrum der Hirnverletzungen auf drei große Kategorien reduziert: leicht, mittelschwer und schwer. Auch wenn die GCS für die klinische Praxis nach wie vor von großer Bedeutung ist, stellt die Reduzierung einer bereits vereinfachten Skala auf drei noch einfachere Deskriptoren eine Herausforderung für die effektive Beurteilung einer so komplexen und heterogenen Erkrankung wie SHT dar.

Entscheidende Informationen über die Schwere der Verletzung können übersehen werden, da sie auf einem einzigen klinischen Parameter beruhen. Darüber hinaus können Stigmatisierung und Voreingenommenheit entstehen, da die Bezeichnungen „leicht“, „mittelschwer“ und „schwer“, die ursprünglich zur Beschreibung einer akuten Verletzung gedacht waren, fälschlicherweise als Ergebnisse verwendet werden. Dies führt zu Wahrnehmungen über die Schwere der Verletzung, die dauerhafte Folgen haben und Menschen mit persönlicher Erfahrung negativ beeinflussen können.

Ziel

Entwicklung eines soliden, evidenzbasierten Modells, das auf die Notwendigkeit eines aktualisierten und allgemein anwendbaren Klassifizierungssystems für SHT zur Optimierung der Versorgung ausgerichtet ist.

Methoden

Die Initiative basierte in erster Linie auf einem multidisziplinären Expertenkonsens von März 2022 bis Januar 2025, der durch eine Literaturanalyse und die Teilnahme zahlreicher internationaler Experten unter der Prämisse gestützt wurde, dass jeder neue Ansatz zur Charakterisierung weltweit anwendbar sein sollte.

Ergebnisse

Das CBI-M-Framework ist für die Verwendung bei Patienten mit SHT aller Schweregrade (GCS-Score 3–15) vorgesehen. Auch wenn alle Säulen wichtige und wertvolle Informationen liefern, betont die NIH-NINDS-Gruppe sowohl die Nuancen als auch die Bedeutung der Reihenfolge der Beurteilung. Die Säule „klinisch“ sollte als oberste Priorität bewertet werden, und bei Patienten, bei denen eine klinische Indikation für eine dringende Bildgebung vorliegt, sollte die Säule „Neurobildgebung“ gegenüber der Säule „Biomarker“ priorisiert werden. In Fällen, in denen keine oder eine unsichere Indikation für die Bildgebung vorliegt, ist die Säule „Biomarker“ von größerer Bedeutung für den Nachweis einer Hirnverletzung und für die Entscheidung, ob ein CT-Scan erforderlich ist. Die Säule „Modifikator“ enthält Komponenten, die akut bewertet werden können, während einige eher für die chronische Phase relevant sind, um die Genesung zu bewerten.

Schlussfolgerungen

Die Säule „Biomarker“

Das CBI-M-Framework stellt eine entscheidende Antwort auf die jahrzehntelangen Herausforderungen bei der Klassifikation von Schädel-Hirn-Traumata dar und schließt kritische Lücken, die über 50 Jahre der SHT-Forschung identifiziert wurden. Dieser Paradigmenwechsel steht im Einklang mit den sich entwickelnden klinischen Anforderungen an die Diagnostik von Schädel-Hirn-Traumata und betont die empirische Entscheidungshilfe gegenüber den traditionellen Schweregraden.

Das multidimensionale Design des Frameworks ermöglicht eine schrittweise Implementierung unter Beibehaltung der Kompatibilität mit der bestehenden klinischen Infrastruktur. Das vorgeschlagene CBI-M-Framework ist zwar kein fertiges Produkt, bietet jedoch ein vielversprechendes, multidimensionales Instrument für die verbesserte Charakterisierung von SHT als Antwort auf die Forderungen der Fachwelt und Empfehlungen des NASEM-Berichts aus dem Jahr 2022.

Über den Autor

NIH-NINDS-Arbeitsgruppe

In der Roadmap der National Academies of Sciences, Engineering, and Medicine (NASEM) von 2022 für SHT wurde ein neuer, multidimensionaler Ansatz zur Klassifizierung von SHT gefordert. Als Reaktion auf diesen Aufruf hat das US National Institutes of Health–National Institute of Neurological Disorders and Stroke (NIH–NINDS) zwischen März 2022 und Januar 2025 ein internationales Konsortium von 94 Experten, darunter Patienten und Interessenvertreter aus 14 Ländern, einberufen, um ein umfassendes Framework für die Charakterisierung akuter SHT zu entwickeln.

Geoffrey Manley et al., 2025

Geoffrey T Manley, Kristen Dams-O’Connor, Michael L Alosco, Hibah O Awwad, Jeffrey J Bazarian, Peter Bragge, John D Corrigan, Adele Dopierala, Adam R Ferguson, Christine L Mac Donald, David K Menon, Molly M McNett, Joukje van der Naalt, Lindsay D Nelson, Dana Piedad, Noah D Silverberg, Naini Umoh, Lindsay Wilson, Esther L Yuh, Henrik Zetterberg, Andrew I R Maas, Michael A McCrea, im Namen der Mitglieder der TBI Classification and Nomenclature Initiative NIH-NINDS.

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